kultgegenstände in schilds ganz typischer formensprache, das sind für mich seine neuen skulpturalen arbeiten mit den titeln kondolenzwigwam, reinkarnationskiosk und letzte ölung eines gottlosen maschinisten, in denen tod und auferstehung zur einheit finden, recte zur einsicht kommen, daß alles eins, leben wie tod, transformation. so scheint es jedenfalls auf den ersten blick.
und auf den zweiten? haben wir gar erst die objekte zu berühren, um ihnen habhaft zu werden, um sie zu verstehen? ziemlich sicher ist auch das von schild kreierte skulpturale formenvokabular nur schwer in ein anderes medium zu übertragen. es sind vielleicht bloß assoziationen herauslesbar, die sich bei näherer betrachtung einstellen mögen.
schilds objekte sind wunderschön, strahlen einen enormen ästhetischen reiz aus. sehen einige im kodolenzwigwam eine ansammlung von tränen, sind diese für andere seepferdchen. mit einem wort – so kommen wir nicht weiter. ein stillstand ist markiert. die zeit scheint eingefroren. wir staunen wie kinder im anblick des für uns gänzlich neuen.
was das fascinosum seiner arbeiten ausmacht, ist seine ganz und gar eigene handschrift, die aus der fülle leicht heraussticht. wie etwa werke eines calder oder moore, eines chillida haben die des ehemaligen gironcolischülers einen fixen platz in der gegenwartsplastik gefunden. (gerhard jaschke, 2009)



